Das Wetterauer Wunder: Eisenliga, freie Ritter und ein Sax für die Schildmaid
Werte Späher des Salons, hochgeschätzte Schaulustige und treue Gefolgschaft,
Wer glaubt, nach einem hitzigen Rausch in Philippsburg würden die Schilde sinken, der kennt die ungezähmte Spontaneität einer wahren Schildmaid und ihres Jarls schlecht! Kaum war der Pfingstsamstag Geschichte, trieb uns die unbändige Sehnsucht nach Trommeln und Met am Sonntag, den 24. Mai 2026, direkt weiter nach Südhessen. Unser Landschiff steuerte den Wetteraukreis an, genauer gesagt die stolze Kulisse von Münzenberg. Dort rief die Freie Ritterschaft zum großen Thing – ein Markt, der (genau wie Philippsburg) traditionell IMMER am Pfingstwochenende die Tore zur Vergangenheit öffnet!
Die Pracht unter dem Wetterauer Tintenfass
Unterhalb der majestätischen Burgruine Münzenberg entfaltete sich ein mittelalterliches Panorama, das dem Auge schmeichelte: Über 80 Händler, geschickte Handwerker und historische Heerlager hatten ihre Zelte stolz auf den weiten Wiesen verteilt. Für die kleinen Pagen und Schildmaiden gab es eine Spielburg aus Stroh, eine wilde Wikingerschiffschaukel und gar Ziegenkutschfahrten, während eine edle Falknerei die Lüfte beherrschte.
Und der Hofklatsch flüstert von einem ganz besonderen, herrschaftlichen Handel: Ich habe mir mein allererstes Sax gekauft! Mit dieser legendären, geschmiedeten Klinge an der Seite ist die Schildmaid fortan eine noch furchterregendere Erscheinung im Getümmel. Doch damit nicht genug des Ruhms: Unsere Gewandungen waren offenbar von so meisterhafter Pracht, dass das Volk gar nicht anders konnte – wir durften (oder besser gesagt: mussten) gleich zweimal als majestätisches Fotomotiv bereitstehen! Ein wahrer Triumph für unser ritterliches Antlitz, das nun sicherlich die Chroniken der hessischen Späher schmückt.
Eisenliga und die Ehre der Taverne
Das absolute Highlight für die kampferprobten Gemüter war jedoch der „Adler-Cup“ – ein brachialer Vollkontakt-Schwertkampf der berüchtigten Eisenliga! Wo andernorts nur sanftes Schausteller-Geplänkel herrscht, flogen hier die Funken und der Stahl krachte unbarmherzig aufeinander. Ein Spektakel, das den Atem raubte!
Doch bei aller Wildheit zeigte sich in der Taverne der wahre, edle Geist des Mittelalters: Wasser wurde dort kostenlos ausgeschenkt! Eine solch heroische Geste findet man in der heutigen Welt kaum noch – da neigt man das Haupt in tiefem Respekt vor den Wirten. Überhaupt bewies das Volk Geschmack: Fast die gesamte Besucherschar war in prächtige Gewandungen gehüllt, der Rest trug Alltagskleidung. Auch hier suchte man bunte Fabelwesen vergebens. Purer, stolzer historischer Geist für einen schmalen Taler: Da wir stilecht gewandet erschienen, zahlten wir zusammen gerade einmal herrschaftliche 16 Euro Eintritt!
Der Markt der Freien Ritterschaft zu Münzenberg ist ein absolutes Kleinod voller Authentizität, spektakulärer Kämpfe und ritterlicher Fairness. Ein wahres Pfingst-Wunder, das wir im nächsten Jahr garantiert wieder belagern werden!
Nun fordert die Chronik Euer Urteil, edle Gesellschaft: Wenn der Stahl der Eisenliga klirrt und das Sax an der Hüfte sitzt – seid Ihr eher die Fraktion, die jubelnd am Spielfeldrand steht, oder zieht es Euch selbst in die Rüstung?
Werft Eure Gedanken wie einen Fehdehandschuh in die Kommentare –
Skål auf Münzenberg und die Ehre der Taverne!
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