Die Chroniken aus dem Bayerischen Wald: Zwischen Geisterdörfern und Gipfelsturm

Veröffentlicht am 12. Mai 2026 um 17:00

Werter Adel, geschätzte Grenzgänger,

Nachdem wir unser herrschaftliches Lager in Lam aufgeschlagen hatten, war es an der Zeit, die umliegenden Ländereien zu inspizieren. Eine Schildmaid rastet schließlich nicht lange, und eine Lady verlangt nach Zerstreuung, die über den Tellerrand des eigenen Anwesens hinausreicht. Wir lenkten unser Landschiff durch Täler und über Grenzen, stets auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen. Begleitet mich auf einen Streifzug, der von schaurigen Knochen bis zu sonnengeküsten Gipfeln alles bot, was das Herz begehrt.

Das vergessene Dorf & der Friedhof der Verlorenen

Unsere erste Erkundung führte uns über die Grenze nach Tschechien, zum versunkenen Dorf. Einst ein blühender Ort, wurde er nach dem Kriege im Zuge der Vertreibungen dem Erdboden gleichgemacht. Es ist ein Ort des Flüsterns; die Mauerreste erzählen von jähem Abschied und der Härte der Geschichte.

Doch wahrlich schaurig wurde es auf dem verfallenen Friedhof. Zwischen zerbrochenen, moosbewachsenen Grabsteinen stießen wir auf einen Anblick, der selbst einer Schildmaid das Blut in den Adern gefrieren lässt: Echte menschliche Knochen, die bleich aus der Erde ragten. Ein Skandal der Vergänglichkeit und ein Mahnmal für die Totenruhe, das uns tief erschütterte – ein wahrer Schauer, der selbst durch den feinsten Samt drang.

Die Mysterien der Tiefe: Der Wildgarten in Furth im Wald

In Furth im Wald verließen wir die befestigten Pfade und begaben uns in den Wildgarten. Es ist ein Ort, der so verwunschen ist, dass man hinter jedem Farn einen Waldgeist oder eine versteckte Nornen-Botschaft vermutet. Ein Ort voller „Natur pur“, der gänzlich ohne den künstlichen Prunk moderner Gärten auskommt und stattdessen mit verschlungenen Pfaden und einer Wildheit besticht, die das Herz einer Schildmaid höher schlagen lässt.

Das Gefolge des Waldes: Der Bayerwald-Tierpark Lohberg

Ebenso beeindruckend – und von uns mit höchstem Lob bedacht – war der Bayerwald-Tierpark Lohberg. Vergesst die kargen Gehege ferner Lande; hier atmet man die Freiheit des Waldes. Wir wanderten auf dem über 1,5 km langen Rundweg und trafen auf die wahren Herrscher dieser Berge.

Ob die lautlosen Luchse, die majestätischen Wölfe oder das stolze Rotwild – die Tiere dort wirken so prächtig und wohlbehütet, als gehörten sie zum persönlichen Jagdgefolge eines Königs. Besonders der Anblick der Elche und Wisente verlieh unserer Expedition eine nordische Schwere, die hervorragend zu unserem Clan passt. Wir waren mehr als begeistert von der Natürlichkeit und der Liebe, mit der dieser Park geführt wird. Ein absolutes Muss für jeden Reisenden, der die wahre Seele Bayerns kennenlernen will!

Das Antlitz des Riesen & die Hindenburgkanzel

Die Götter meinten es gut mit uns: Die Sonne strahlte an einem makellosen Himmel, während der Große Arber in seinem weißen Pelz glänzte. Doch ach, das Schicksal ist eine launische Herrin! Obwohl der Gipfel zum Greifen nah schien, blieb uns der letzte Aufstieg verwehrt. Wir mussten uns mit dem Anblick des zugefrorenen Großen Arbersees begnügen – eine Eisfläche, so glatt und rein wie ein geschliffener Saphir.

Zum krönenden Abschluss steuerten wir unser Landschiff zur Hindenburgkanzel. Dort, hoch oben über den Tälern, wurden wir Zeugen eines Naturschauspiels, das selbst Lady Whistledown die Sprache verschlagen hätte. Im glühenden Sonnenuntergang versank die Welt in Gold und Purpur – ein Moment von solcher Erhabenheit, dass man den Atem anhielt, um die Götter nicht zu wecken.

Dampf & Eisen: Das Lokmuseum

In Bayerisch Eisenstein huldigten wir sodann der Technik vergangener Tage. Das Localbahnmuseum im historischen Lokschuppen von 1877 ist ein Hort aus Stahl und Feuer. Mit über 20 historischen Fahrzeugen – von der kleinen Rangierlok bis zum gewaltigen Dampfross – ist es ein Paradies für jeden, der die Macht des Eisens liebt.

Der Abschluss-Feldzug: Straubing

Bevor wir die Segel endgültig Richtung Heimat setzten, unternahmen wir einen letzten strategischen Vorstoß nach Straubing. Ein Bummel durch die herrschaftlichen Straßen dieser Stadt war der perfekte Ausklang für unsere Saga. Wir ließen die Blicke über die prachtvollen Fassaden schweifen, während wir die Beute unserer Reise im Geiste sortierten. 

🧭 Die Schlemmer-Tipps 

Wo eine Lady speist und ein Jarl seine Beute genießt

  1. Schmugglerhütte (Bayerisch Eisenstein): Direkt am Bahnhof – eine Bewirtung, die einer Lady schmeichelt und einen Jarl satt zurücklässt.

  2. Adams Bräu (Bodenmais): Bayerische Tradition und kräftiges Gebräu, das selbst das kälteste Wikingerherz erwärmt.

  3. Café Charlotte (CZE - Zelezna Ruda): Ein Refugium für süße Verlockungen und den feineren Gaumen.

  4. Hans im Glück (Straubing): Der perfekte kulinarische Abschluss-Feldzug in modernem Ambiente.


Das Urteil der Lady Traveldown: Die Ländereien rund um Lam bieten weit mehr als nur Wald und Stille. Wer den Mut hat, über Grenzen zu gehen wird reich belohnt.

Erzählt mir, meine Lieben: Hättet Ihr beim Anblick der Knochen das Weite gesucht oder hättet Ihr wie eine wahre Schildmaid die Geschichte dahinter ergründet? Und welcher dieser Orte würde Euer Landschiff als Erstes ansteuern?

Schreibt mir Euren Hofklatsch in die Kommentare! Skål & auf zu neuen Ufern!

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