Seid gegrüßt, Ihr Ruhesuchenden und Ästheten!
Es ist mir eine Pflicht und ein Vergnügen, Euch über die jüngste Zuflucht unseres Clans Bericht zu erstatten. Nachdem Hamburg unsere Geduld auf eine harte Probe gestellt hatte, suchten wir im bayerischen Lam nach Heilung. Wir fanden sie in den Hallen des Kaffeehauses Blaslhöhe. Doch hält der 5-Sterne-Glanz auch dem Blick einer Schildmaid stand? Hier ist mein Urteil:
Die Gemächer: Prunk ohne Kälte
Manch ein Gasthaus rühmt sich seiner Sterne, bietet aber die Atmosphäre einer kargen Klosterzelle. Nicht so hier! Wir residierten in einem Apartment von wahrhaft fürstlichem Ausmaß. Vier Zimmer, die mit einer Liebe zum Detail eingerichtet wurden, die selbst die schärfste Zunge verstummen lässt. Unser junger Recke genoss die Vorzüge eines eigenen Reiches, während wir uns im weitläufigen Bad (welches über zwei separate Räume verfügt!) dem Müßiggang hingaben. Der Blick auf den verschneiten Großen Arber ist dabei so atemberaubend, dass man fast vergisst, die nächste Schlacht zu planen.
Bewertung: ⚔️⚔️⚔️⚔️⚔️ (Fünf von fünf Äxten für Stil & Raumgefühl)
Die Tafel: Ein diskreter Service für Genießer
Nichts verrät mehr über die Gesinnung eines Gastgebers als das erste Mahl des Tages. Hier wird das Frühstück nicht etwa lautstark serviert; nein, der Hausherr bereitet es jeden Morgen mit größter Diskretion in der Küche des Hauses zur Abholung vor. Ein Arrangement aus frisch gebackenen Brötchen, süßen Köstlichkeiten, Wurst, Käse und Früchten wartete dort auf uns wie eine Beute, die nur darauf brannte, verzehrt zu werden.
Doch das ist noch nicht alles: Der Hausherr versteht sich auf die Kunst der persönlichen Wünsche. Gab es ein besonderes Begehren für die morgendliche Tafel, wurde dies – sofern möglich – mit herrschaftlicher Grandezza erfüllt. Und wer nach einem langen Tag im Schnee die Kälte aus den Knochen vertreiben will (oder nach einem langen Marsch durch die angrenzenden Wälder), dem bereitet er auf Wunsch sogar ein Abendessen zu. Ein Service, der nach wahrer Gastfreundschaft schmeckt!
Bewertung: 🥐🥐🥐🥐🥐 (Fünf von fünf Croissants für Kulinarik & Herzlichkeit)
Das Wellness-Urteil: Eine Prüfung der Geduld
Die hauseigene Sauna bot Anlass für eine höchst amüsante Beobachtung. Während meine Wenigkeit nach fünf Minuten die Hitze für ausreichend befand (eine Schildmaid will schließlich nicht garen, sondern regieren!), bewies mein Jarl die Standhaftigkeit eines Eichenstamms. 40 Minuten bei 62° Grad! Ein Skandal der Ausdauer, der in den Salons sicher für erhobene Augenbrauen sorgen wird.
Bewertung: 🧖♂️ (Ein Sonderpunkt für die heroische Geduld des Jarls)
Das weiße Siegel zum Abschied
Doch das Schicksal hob sich den glanzvollsten Moment für den Schluss auf. An unserem letzten Morgen, als unser Landschiff für die Heimreise bereits beladen wurde, begannen die Wolken ihr weißes Gold zu vergießen. Es schneite so sanft und rein, als wollten die Götter sichergehen, dass wir diesen Ort in vollkommener Unschuld verlassen. Wir waren so hingerissen, dass wir noch vor Ort unsere Rückkehr für das nächste Jahr besiegelten.
Was sagt Ihr, meine Lieben? Wäre ein solches Domizil auch nach Eurem Geschmack, oder bevorzugt Ihr die karge Lagerstatt im Wald? Und wie viele Minuten würdet Ihr in der Hitze der Sauna überleben, bevor Ihr den Rückzug antretet?
Hinterlasst mir Eure Gedanken in den Kommentaren – ich brenne darauf, sie zu lesen! Skål & auf bald!
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