Werte Leserinnen, geschätzte Schildmaiden und all jene, die den Mut besitzen, der nackten Wahrheit ins Antlitz zu blicken!
Man erzählte uns Märchen von der „Perle des Nordens“. Man pries sie als die schönste Stadt der deutschen Lande. Doch lasst euch von dieser Lady eines sagen: Wenn Hamburg eine Perle ist, dann eine, die viel zu lange im Schlamm der Elbe gewälzt wurde. Bevor wir unsere Segel setzten, um auf der AIDA in See zu stechen, wagten wir uns in den Schlund dieser Metropole – und wir kehrten nicht gerade als Bewunderer zurück.
Hier ist die ungeschönte Chronik unseres Feldzugs durch das graue Labyrinth:
Die Belagerung der "Schönheit"
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Der Kiez: Ein Sündenpfuhl ohne Glanz Man versprach uns Abenteuer, doch wir fanden nur Elend. Der Kiez ist weder verrucht noch romantisch; er ist schlichtweg dreckig. Wo man den Geist der Freiheit erwartete, klebte nur der Dunst von billigem Fusel und verflossenen Hoffnungen am Pflaster. Eine Schildmaid sucht den Kampf oder den Met, aber sicher nicht den klebrigen Boden einer Seitenstraße auf St. Pauli.
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Die Speicherstadt: Rote Steine, wenig Seele Man rühmt sie als Weltkulturerbe. Wir rühmen sie als eine Ansammlung von Backsteinen, die im fahlen Licht des Nordens deutlich weniger Eindruck schindet, als die Chroniken behaupten. „Eindrucksvoll“ ist ein Wort, das wir für Drachenboote oder die Nordlichter reservieren – nicht für Lagerhäuser, die ihre besten Tage hinter sich haben.
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Der Jungfernstieg: Ein laues Lüftchen Oh, der Jungfernstieg! Wo die feine Gesellschaft flanieren soll. Ein Blick genügte, um festzustellen: Naja... Man kann dort sein Gold lassen, aber das Herz der Stadt schlägt dort sicher nicht. Es ist eine Bühne ohne Schauspiel, ein Prunk ohne Tiefe.
Die Rettung der Ehre: Ein Lichtblick im Grau
Doch merket auf! Selbst in der ödesten Schlacht gibt es Helden. Wenn Hamburg etwas zu bieten hatte, das den Zorn unserer Seelen besänftigte, dann waren es diese zwei Orte:
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Der Katzentempel: Hier endlich fanden wir Frieden. Wahre Gefährten mit Samtpfoten, die mehr Anmut besitzen als der gesamte Jungfernstieg zusammen. Ein Ort der Einkehr, an dem man sich laben konnte, ohne vom Schmutz der Straße behelligt zu werden.
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Der Ohlsdorfer Friedhof: Es mag ironisch klingen, dass der schönste Ort in Hamburg derjenige ist, an dem die Toten ruhen. Doch die Stille und die monumentale Erhabenheit dieses Ortes stellten alles andere in den Schatten. Hier findet man jene Würde, die man in der restlichen Stadt vergeblich mit dem Fernglas sucht.
Mein Urteil: Hamburg mag laut klappern, doch im Februar blättert der Putz schneller ab als der Frost auf einem Wikingerschild. Wir waren froh, als wir endlich die Taue lösen konnten!
Was sagt Euer Instinkt? War es das Wetter, das Hamburg die Gunst kostete, oder ist die Hansestadt generell überschätzt? Schreibt mir Euren schärfsten Hofklatsch in die Kommentare – ich brenne darauf, Eure Wahrheit zu erfahren! Skål!
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